Geschichte

Die Geschichte der Leuchtfeuer in Warnemünde geht bis in das 13.Jahrhundert zurück. 1283 wurde Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Rostocker Hafens auch ein Leuchtfeuer in Warnemünde genannt. Eine weitere Erwähnung fand die „Leuchte“ in den Jahren 1349/50 und 1363/64. 1757 wurde von einer kupfernen Leuchte, die in einem hölzernem Turm hing gesprochen. Ob aber in der gesamten Zeit eine feste Leuchte an der Warnowmündung stand ist nicht überliefert. Mit dem Ausbau der Rostocker Handelsflotte mit bis zu 263 Schiffen (1850) wurde auch eine Verbesserung der Hafeneinrichtungen notwendig und im Oktober 1836 wurde der Bau einer Ziehlaterne vollendet. Die Höhe des Eisengerüstes, das den Spiegel hielt betrug 11,35 m. Die Ziehlaterne hing frei im „Turm“ und war mit einem Petroleumlicht ausgestattet, das ein festes weißes Licht aussandte. Es war vom 1.August bis zum 30.April regelmäßig von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang in Betrieb.

Bei Nebel mussten Sondermaßnahmen durchgeführt werden (Hornsignale, Glocke, Nebelkanone). Die Entwicklung der Rostocker Segelschiffflotte zur größten im Ostseeraum mit 372 Schiffen im Jahre 1878 machte einen weiteren Ausbau der Hafeneinrichtungen zwingend notwendig. So wurde bereits im Jahre 1862 dem Rat der Stadt Rostock ein Entwurf vorgelegt zum Umbau der Hafenleuchte in Warnemünde zu einem vollständigen Leuchtturm mit prismatischem Laternenhaus. Aber erst im Jahre 1897/98 kam es dann zum Bau des Leuchtturms in seiner jetzigen Form. Davor waren durch Streitigkeiten über die Notwendigkeit und die Finanzierung des Leuchtturms mehr als 30 Jahre ins Land gegangen. Erbaut wurde der Turm unter der Leitung des Rostocker Hafenbaumeisters Karl Friedrich Kerner.

Das Feuer wurde zunächst mit Petroleum betrieben, das aus dem Petroleumkeller, in dem
4 Petroleumbottiche untergebracht waren, heraufgepumpt werden musste. Im Jahre 1917 wurde das Licht auf Gas umgestellt. Um 1927 wurde der Leuchtturm auf elektrisches Licht umgestellt. Die Lampentypen wurden ständig dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Heute wird der Turm mit einer 250W/230V HQL-Lampe betrieben.
Das Linsensystem wurde von der Firma Picht & Co. Rathenow geliefert und eingebaut und tut noch heute in unveränderter Form seine Dienste.