21.05.2026 Ruhnu tuletorn – Beeindruckender Insel LeuchtturmWow. Mein bisheriges Highlight. Mitten auf einer abgelegenen Insel mit nur wenigen Häusern und unglaublich freundlichen Menschen steht dieser besondere Leuchtturm tief im Wald von Ruhnu. Schon die Ankunft fühlte sich mega schön an. Der Empfang war herzlich. Der Guide Johannes begrüßte mich direkt an der Fähre und wir verabredeten uns für 21.30 Uhr zum Sonnenuntergang. Allein der Gedanke daran war schon großartig. Als wir uns dann trafen erzählte Johannes unglaublich viel über den Leuchtturm, das Leben auf Ruhnu und die Tiere der Insel. Mann ist er mit diesem Ort verbunden. Ein wahnsinnig sympathischer Mensch. Besonders spannend war die Konstruktion des Turms. Laut Johannes gibt es von dieser Bauart nur noch einen weiteren auf der Welt. Nebenbei ist er auch noch Lehrer an der Schule für acht Kinder und für viele andere Aufgaben zuständig. Was für ein beeindruckender Mensch. Dann ging es die wirklich vielen Stufen nach oben. Ich war ordentlich aus der Puste. Nach meiner Knie-OP war das eine echte Herausforderung. Ich habe jeden Schritt gemerkt. Aber es hat sich sowas von gelohnt. Oben angekommen bot sich ein unglaublicher Blick über die gesamte Insel. Der Himmel war stark bewölkt und trotzdem wunderschön. Dieses Licht über dem Meer und den endlosen Wäldern war einfach beeindruckend. Am nächsten Morgen gab es nach dem Frühstück noch einmal eine Führung. Johannes trug traditionelle Kleidung der Insel. Das passte perfekt zu diesem fantastischen Ort. Am Leuchtturm überreichte ich ihm dann ein Geschenk vom Warnemünder Leuchtturmverein. Er hat sich richtig dolle darüber gefreut und gab mir im Gegenzug ebenfalls ein Geschenk für unseren Verein mit. Dieser Wow Moment, den ich nicht vergessen werde. (Fotos: Privat) |
01.01.2026 Warnemünder Turmleuchten – ein unvergesslicher MomentAls ich am Morgen des 1. Januar 2026 aufwachte, wusste ich, dass dieser Tag ein ganz Besonderer werden würde. Der Warnemünder Leuchtturmverein hatte mich ausgewählt, als 1. offizieller Leuchtturmbotschafter das Turmleuchten und das Feuerwerk am Leuchtturm zu eröffnen. Für mich war das eine Ehre, die ich kaum in Worte fassen kann. Je näher die Abfahrt nach Warnemünde rückte, desto größer wurde die Aufregung. Der Gedanke, gleich vor Tausenden Menschen auf der Bühne zu stehen, ließ mein Herz schneller schlagen. Hoffentlich geht alles gut. Hoffentlich verspreche ich mich nicht. Nach der Sicherheitskontrolle und einem kurzen Treffen mit Holger, der uns die Crew-Ausweise überreichte, wurde ich von meinen Freunden zur Bühne begleitet. Elisabeth von Ostseewelle begrüßte mich herzlich und stellte mich dem Publikum vor. Als ich in die Menschenmenge blickte, stockte mir der Atem. Tausende Besucher und unzählige Lichter machten diesen Augenblick unvergesslich. Nach einem schönen Gespräch über meine Reisen und meine Aufgabe als Leuchtturmbotschafter kam der entscheidende Moment. Vor mir stand der große rote Buzzer. Ich wartete auf das Zeichen, drückte den Knopf und Sekunden später erleuchtete das Feuerwerk den Himmel über Warnemünde. Mit einem Schlag fiel die ganze Anspannung von mir ab. Alles war gut gegangen. Zurück bei meinen Freundinnen nahmen wir uns mit Tränen in den Augen in den Arm. Es war pure Erleichterung und großes Glück. Das Feuerwerk durfte ich anschließend aus einer Perspektive erleben, die ich nie vergessen werde. Nachdem bis kurz zuvor noch unklar gewesen war, ob es wegen des angekündigten Sturms überhaupt stattfinden konnte, erhellten schließlich doch die Raketen den Himmel mit atemberaubender Musik über dem Warnemünder Leuchtturm. Und ich durfte den Startschuss dafür geben. (Fotos: Privat) |
17.09.2025 Île Wrac’h – der Künstler LeuchtturmAls wir an diesem wunderschönen Ort ankamen, hielten wir auf einem kleinen Parkplatz. Von dort konnte man bereits auf die Insel schauen und den kleinen Leuchtturm zwischen den Dünen erkennen. Ich sah sofort, dass gerade Ebbe war und man die Insel zu Fuß erreichen konnte. Also zog ich kurzerhand die Schuhe aus und machte mich barfuß durch das Watt auf den Weg. In der Ferne war auf einer anderen Insel der Phare de l’Île Vierge zu sehen. Ich wusste, dass dort der höchste Leuchtturm der Bretagne steht. Ihn von hier aus zu sehen, war schon ein toller Anblick. Die Insel selbst besteht fast nur aus Dünen. Ein schöner Sandweg führt direkt bis zum Leuchtturm. Schon von außen gefiel mir seine Bauweise. Das gesamte Gelände war liebevoll gepflegt und überall gab es kleine Details zu entdecken. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Herz, das aus alten Schiffstauen gestaltet wurde. Im Leuchtturm traf ich auf eine Künstlerin, die sich gerade mit zwei Besuchern unterhielt. Währenddessen schaute ich mir in Ruhe die Ausstellung und die Informationen an. Dabei erfuhr ich, dass Künstler hier für eine gewisse Zeit wohnen und arbeiten können. Dieser Ort soll sie inspirieren und ihnen Raum für ihre Kreativität geben. Eine schöne Idee, die genau zu diesem Leuchtturm passt. Als wir schließlich ins Gespräch kamen, war sofort eine angenehme Atmosphäre da. Sie erzählte mit leuchtenden Augen von diesem Ort und davon, wie frei hier die Gedanken werden können. Natürlich erzählte ich ihr auch vom Warnemünder Leuchtturm. Ich zeigte ihr einige Bilder und berichtete, dass ich inzwischen Leuchtturm Botschafter bin. Sie schaute sich alles aufmerksam an und sagte, dass sie gut verstehen könne, warum unser Leuchtturm ebenfalls Künstler inspiriert. Es war eine Begegnung mit einem Menschen, der genau an diesen Ort passte. Danach setzte ich mich noch eine Weile auf eine Bank und ließ alles auf mich wirken. Also machte ich mich auf den Rückweg. Ich schaffte es noch ohne nasse Füße. Kaum war ich wieder am Wohnmobil angekommen, lief das Wasser zurück und der Weg zur Insel verschwand langsam unter der Flut. So schnell kann sich die Landschaft hier verändern. (Fotos: Privat) |
17.09.2025 Saint Mathieu – Der Klosterruinen LeuchtturmAls ich den Phare de Saint-Mathieu erreichte, war sofort klar, dass dieser Ort anders ist. Der Leuchtturm steht nicht einfach auf einer Klippe an der Küste. Er steht mitten in den Ruinen einer alten Abtei. Steinmauern, offene Bögen, direkt daneben der aktive Turm und eine eindrucksvolle Sémaphore. Geschichte und Funktion auf engstem Raum. Beim Betreten des Leuchtturms aus dem Jahr 1835 wurde ich mit einem charmanten Lächeln von einer Leuchtturmfrau begrüßt. Wir waren sofort auf einer Wellenlänge und tauschten lachend die wichtigsten Fakten unserer Leuchttürme aus. Sie erzählte mir, dass sie im Wechsel auf vier verschiedenen Türmen arbeitet, die gemeinsam von einem Verein betreut werden. Eine beeindruckende Frau. Im unteren Bereich konnte ich viele technische Details aus dem Alltag des Leuchtturmbetriebs sehen und sie wie ein kleines Kind mit leuchtenden Augen bestaunen. Danach ging es die 163 Stufen hinauf zur 37 Meter hohen Laterne. Ganz oben angekommen, kam die letzte Herausforderung. Eine kleine, steile Metalltreppe führte zu einer sehr engen Tür. Mein erster Gedanke: Ahhh, Hilfe, da komme ich niemals hoch und schon gar nicht wieder runter. Aber was soll’s. Wie alles im Leben. Schön langsam und Stück für Stück. Handy griffbereit, falls ich feststecke. Am Ende ging es besser als gedacht. Ein echtes Hochgefühl. Oben öffnet sich die schwere Metalltür zur schmalen Balustrade. Kaum Platz zum Stehen. Der Wind packt einen sofort und drückt einen an den Turm. Gewaltig. Wolken und Sonne wechseln im Sekundentakt, das Meer glitzert darunter. Von hier oben sieht man die Klosterruine aus einer Perspektive, die man von unten nie bekommt. Man erkennt die Schifffahrtsroute Richtung Brest. Große und kleine Schiffe ziehen vorbei. Die große Linse des Leuchtturms ist aus nächster Nähe zu sehen. Am Tag kann man nur ahnen, wie weit ihr Licht nachts über die Iroise-See reicht. Ich konnte mich an diesem Ort kaum sattsehen. Diese Mischung aus wilder Küste, technischer Meisterleistung und den Mauern aus längst vergangener Zeit hat eine ganz eigene Kraft. Saint-Mathieu hat mir sehr deutlich gezeigt, was Leuchttürme für mich wirklich sind. Kein Postkartenmotiv und keine Dekoration. Sondern Bauwerke, die Menschen mit Wissen, Mut und Verantwortung geschaffen haben. Genau hier, an dieser harten Felsenklippe. Danach habe ich mir erst einmal einen Kaffee gegönnt, mit Blick auf diese Bauwerke. Mit Kuchen in der Hand und leuchtenden Augen habe ich meiner Mutter von oben berichtet. Später stieg ich wieder in mein Wohnmobil Betzi. Ein letzter Blick auf diesen besonderen Ort. Dann rollten wir weiter entlang des Atlantiks. Zum nächsten Leuchtturm. Zum nächsten Kapitel der Reise. (Fotos: Privat) |
11.09.2025 Besuch des Phare d’Eckmühl, der GeschichtsträchtigeAls ich vor einem der beeindruckendsten Leuchttürme Europas stand – dem Phare d’Eckmühl aus dem Jahr 1897 –, spürte ich eine sehr vertraute Aufregung in mir. Ein Gefühl, das mich seit meiner Kindheit begleitet, immer dann, wenn ich einem so eindrucksvollen Leuchtturm begegne. Es zieht mich förmlich nach oben. Der Phare d’Eckmühl erhebt sich mit seinen 65 Metern majestätisch aus der bretonischen Landschaft. 307 Stufen führen hinauf zur Laterne – Stufe für Stufe dem Licht entgegen. Besonders berührt hat mich die Begegnung mit dem jungen Leuchtturmmann vor Ort. Wir machten ein gemeinsames Foto. Ich zeigte ihm „meinen“ Leuchtturm zu Hause in Warnemünde und erzählte von meiner Heimat. Wir verstanden zwar nicht jedes Wort, doch wir verstanden uns: mit Gesten, Lachen, Blicken – und mit der universellen Sprache der Leuchtturmleidenschaft. Dieser persönliche Moment war etwas ganz Besonderes für mich. Auch der Aufstieg über die offene Wendeltreppe mit ihren hellen Kacheln war eindrucksvoll. Schritt für Schritt nach oben, dem Licht entgegen. Im Inneren des Turms erinnert ein Raum an den Marschallprinzen von Eckmühl. Seine Tochter Adélaide ließ diesen Leuchtturm zu seinen Ehren errichten. Der Name führt zurück nach Eggmühl in Bayern, einem historischen Ort aus der Zeit Napoleons. Und dann öffnet sich der Blick aus schwindelerregender Höhe: Die raue Küste von Penmarc’h liegt einem zu Füßen. Tosendes Wellenrauschen, pfeifender Wind – und zugleich eine tiefe Stille. Rau, kraftvoll und doch unglaublich lebendig. Mit einem Hochgefühl setzte ich mich schließlich wieder in mein Wohnmobil Betzi und steuerte weiter entlang der bretonischen Küste, Richtung Norden. (Fotos: Privat) |